Spieleranalyse

Milot Rashica

Normalerweise ist der holländische Erstligist Vitesse Arnheim dafür bekannt, Leihgaben von Chelsea London Spielpraxis zu verschaffen. Dies trifft jedoch nicht auf einen jungen Albaner zu, der im Sommer nach Holland kam. Es geht um Milot Rashica.

Echtes Schnäppchen

Die Scouts von Vitesse haben gute Arbeit geleistet. Für gerade einmal 300.000€ wechselte Rashica von seinem Heimatverein Kosova Vushtrri aus dem Kosovo in die Niederlande. Ein echter No-Name-Coup, wie sich herausstellen sollte. Der U21-Nationalspieler bestritt 31 von 34 möglichen Spielen in der Eredivisie und fügte sich überraschend schnell ein. Geradezu „explosiv“ seine erste Saison für Vitesse. Die Explosivität ist häufig ein Begriff, wenn man von Rashica spricht. Acht Tore und fünf Vorlagen sind eine beachtliche Premierenbilanz.

Traum von der EM geplatzt

Jene Quote hätte ihn beinahe auf den Zug nach Frankreich aufspringen lassen, doch Trainer de Biasi hatte andere Pläne. Dennoch gehört dem Youngster die Zukunft. Rashica zeichnet aus, dass er eine enorm enge Ballführung im Dribbling besitzt und so nur schwer vom Ball zu trennen ist. Gleichermaßen gelingt es ihm auch mit Ball stark an Tempo aufzunehmen. Der 1,78m große Rechtsaußen fühlt sich auf seiner rechten Seite sehr wohl, gehört eher in die Kategorie Dribbler als „abschlussstarker Spieler“. Somit verwundert kaum, dass er auf dem rechten und nicht auf dem linken Flügel agiert.

Wenn ich den Ball bekomme, dann gehe ich nach vorne. Ich gucke nach einem Gegenspieler und versuche mich durchzusetzen. Wenn ich in der Offensive bin, dann kann ich mein Tempo und meine Technik sehr gut einsetzen.

Milot Rashica

In der Tat fällt auf, dass der 19-jährige stets eine Lösung sucht und das Spiel belebt. Als Spielertyp kann man ihn mit Eden Hazard vergleichen, dessen Dribblingsstil sehr ähnlich ist.

Milot Rashica ist ein außergewöhnlicher Spieler. Ich weiß, dass er großartige Fähigkeiten und eine sehr gute Technik hat. Wir müssen ihn im Auge behalten, denn er ist ein großartiges Talent. Ich weiß nicht, ob es bei ihm schon für das „Projekt Russland“ reicht. Ich weiß nur, dass er – wenn er so weitermacht wie bisher bei Vitesse – ein großartiger Spieler wird.

Gianni de Biasi, Nationaltrainer Albanien

Er weckt Begehrlichkeiten

Wie bei allen jungen Talenten, speziell Offensiv-Talenten stehen auch für Rashica sämtliche Türen offen. Sein Berater ist Hannovers Legende Altin Lala, der gerade in die Bundesliga gute Kontakte haben dürfte. Doch in ganz Europa ist das Juwel begehrt. Als Ablöse stehen rund 6-7 Millionen Euro im Raum, was dem 22-fachen seiner Ablöse vor einem Jahr entspricht. Derzeit spricht wenig dafür, dass Rashica ein weiteres Jahr in Arnheim bleibt, denn die Liste der Interessenten liest sich wie ein Gedicht:

Aus Deutschland Schalke 04 und der HSV, aus den Niederlanden die PSV Eindhoven sowie Ajax Amsterdam, aus Italien Lazio Rom und der SSC Neapel sowie aus England Southampton, Everton und Tottenham Hotspur. Wie konkret das Interesse im Einzelnen ist, lässt sich selbstverständlich nur schwerlich feststellen. Was allerdings auf der Hand liegt: Sollte Schalke 04 ihr Supertalent Leroy Sané ziehen lassen, dann ist Rashica mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Ersatzkandidat.

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