Spieleranalyse

Tammy Abraham

Oft steht die englische Premier League in der Kritik, da sie jungen Spielern es erschwert im Profifußball Fuß zu fassen. Ausnahmen wie Dele Alli oder Marcus Rashford bestätigen die Regel. Auch in den 2., 3. und 4. englische Profiligen haben es junge Akteure schwer. Eine Vielzahl an Vereinen sorgt für einen aufgeblähten Spielplan, ein Rhythmus von 3 Tagen bis zum nächsten Match ist normal. Kaum Zeit zur Regeneration und in den Spielen geht es mit gewohnt britischer Härte zur Sache. Nicht einfach, sich dort zu behaupten. Unser heutiges Talent hat genau das geschafft.

Torgarant

Tammy Abraham ist neunzehn Jahre jung und entstammt aus der Jugend der Blues. Wie zahlreiche weitere Akteure ist er aktuell ausgeliehen, in seinem Fall an Bristol City einem kleinen Klub aus der Championship, der zweithöchsten Spielklasse. Seine Tore sind die Lebensversicherung für das Team von Lee Johnson, das nur einen Zähler von einem Abstiegsplatz trennt. Neunzehn Treffer und vier Vorlagen in 33 Einsätzen sind eine sensationelle Bilanz. Mit Chris Wood und Dwaight Gayle schossen lediglich zwei Akteure mehr Tore, die jedoch für Aufstiegsaspiranten (Leeds, Newcastle) auflaufen dürfen.

Körperlich bringt Abraham alle Voraussetzungen mit, um sich auch eine Spielklasse höher beweisen zu können. Mit 1,90 Metern ist er groß, kopfballstark und zudem für seine Größe mit einem schnellen Antritt ausgestattet. Schwächen offenbart er in Sachen Balance, was hauptsächlich an seiner schlaksigen Figur und seinen langen Beinen liegen mag. Jene bietet jedoch auch einige Vorzüge: Erst neulich traf Abraham artistisch gegen Bosnien-Herzegowina für Englands U21-Auswahl.

Ihm gehört die Zukunft

Seine Torgefährlichkeit ist atemberaubend. Erst vor zwei Wochen schoss er Huddersfield Town mit dem deutschen Coach David Wagner quasi im Alleingang ab, ein Tor und eine Vorlage beim 4:0-Kantersieg der Bristol etwas Luft zum atmen im harten Abstiegskampf verschafft hat. Längst spricht Chelsea-Coach Antonio Conte von der „Zukunft Chelseas“ wenn er über die Leihgabe spricht. Englische Medien vergleichen ihn bereits mit Didier Drogba. Man darf gespannt sein, wie sich der Angreifer entwickelt und – wo er kommende Saison spielt. Eine erneute Leihgabe zu einem amitionierten Zweitligisten oder einem kleineren PL-Verein könnte ein guter nächster Step für ihn sein.

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