Spieleranalyse

Sergej Milinkovic-Savic

Der Saisonabschluss ging mit 1:3 verloren. Crotone kletterte überraschend doch noch auf einen Nicht-Abstiegsplatz und Lazio rutschte auf Platz 5. An der Tatsache, dass die Römer eine derart starke Saison spielen, ändert dieses Ergebnis freilich nichts. Zu Saisonbeginn machte Lazio einen chaotischen Eindruck: Nach der vergangenen Spielzeit, die Lazio auf Platz 8 abschloss und im Tabellenniemandsland landete, sollte alles besser werden. Doch nach der Posse um „el loco“ Marcelo Bielsa, der nur wenige Tage nach seiner Ankunft wieder seinen Hut nahm, da beschlossene Transfers nicht realisiert wurden, sah vieles nach einer erneut unbefriedigenden Spielzeit aus. Doch da die Mailänder Klubs AC und Inter massiv Federn ließen, war Lazio da und spielte eine sehr konstante Saison.

Unangefochtener Stammspieler

Neben den beiden Offensiv-Stars Ciro Immobile sowie Keita Baldé Diao, der mit Milan in Verbindung gebracht wird, ist es vor allem Sergej Milinkovic-Savic, der großen Anteil am Europa League Einzug der Hauptstädter besitzt. Der Serbe mit spanischen Wurzeln wurde 2015 U20-Europameister mit seinem Land und zum drittbesten Spieler des Turniers gewählt. Vor dieser EM, genauer im Sommer 2014, wechselte Milinkovic-Savic nach Belgien zum KRC Genk für rund eine Million Euro. Eine gute Investition der Belgier, denn nach der grandiosen EM wurde der zentrale Mittelfeldspieler für neun Millionen an Lazio Rom verkauft.

Vom Spielmacher zum Taktgeber

Kurios: Er stand wenige Tage vor seiner Unterschrift in Rom kurz vor einem Engagement beim AC Florenz, ehe er in Tränen ausbrach und seinen Willen, unbedingt zu Lazio zu wollen, kundtat. Seitdem hat er sich prächtig entwickelt. Gestartet als offensiver Mittelfeldakteur, der jedoch sehr torungefährlich war, rückte er zu Beginn der abgelaufenen Spielzeit 16/17 ein Glied nach hinten, wo auch seine Zukunft liegt. So konnte Milinkovic-Savic voll durchstarten und als Sechser bzw. Achter seine Stärken besser zur Geltung bringen.

Potenzial für einen Top-Klub

34 Einsätze, dazu vier Tore und neun Vorlagen sind eine makellose Bilanz für den Serben, der auch defensive Aufgaben übernimmt. Mit 1,91 Metern Körpergröße und seiner Ausdauer ist er der ideale Umschaltspieler. Balleroberung und Tackling gepaart mit Antrittsschnelligkeit und Technik. Diese Kombination gibt es nicht allzu häufig. Zu seinem Spielstil: In Luftduellen ist er aufgrund seiner Grüße eine Macht, außerdem hat er eine gute Ballführung und ist oft nur durch ein Foul zu stoppen. Unermüdlich treibt er das Spiel seiner Mannschaft voran. Wenn er nun noch an Körpergewicht (aktuell nur knapp 80kg) und Physis zulegt, dann kann er ein Fixpunkt seiner Mannschaft werden, ähnlich wie Yaya Touré oder Marek Hamsik.

Blues beobachten ihn

Mit seinen erst 22 Jahren ist er zudem jung und wird sich in den nächsten Jahren – wenn er verletzungsfrei bleibt noch ein höheres Level erreichen können. Die Erfahrung in der Europa League wird ihm dabei sicher einen Schub geben. Verläuft seine Entwicklung weiter wie bisher, dann dürften spätestens im Sommer 2018 einige Angebote von Top-Vereinen für ihn eingehen. Gut denkbar, dass die spanische La Liga als Geburtsland für den Mann mit der Nummer 21 sehr attraktiv ist. Chelsea London soll bereits intensiv eine Verpflichtung des Rechtsfußes prüfen, seine mögliche Ablöse läge bei rund 30 Millionen Euro.

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