Spielanalyse

FC Barcelona B vs. Cultural Leonesa

Barcelona B vs. Cultural Leonesa 0:1 (0:1), Mini Estadi, 07.04.2018

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Spielanalyse

Der Nachwuchs des FC Barcelona traf auf Cultural Leonesa. Beide waren akut abstiegsbedroht und benötigten dringend drei Zähler – zumal gegen einen direkten Konkurrenten. Das Barca-Aufwärmprogramm ließ auf ein technisch gutes Spiel hoffen. Etwas merkwürdig (aus deutscher Sicht) war, dass unmittelbar vorm Spiel weder Torabschlüsse noch Flanken trainiert wurden. Nur Carles Aleñá nahm sich ein paar Freistöße. Auch das Warm-Up der Torhüter war seltsam und mündete darin, dass fast alle Schüsse des Ersatzkeepers ihren Weg ins Tor fanden. Hohe Bälle wie etwa Flanken musste Keeper Ortolá nicht fangen. Da es am 07. April 2018 allerdings sehr windig war, veränderten Flugbälle gerne mal ihre Flugkurve und waren nicht leicht einzuschätzen. Das gepaart mit der barca-typischen Angewohnheit der Torhüter mitzuspielen und infolgedessen mehrere Meter vorm Tor zu stehen, bot Leonesa die Möglichkeit es aus der Distanz zu probieren. So sprang ein Schuss von ganz weit draußen einmal auf und nahm durch den Wind zusätzlich an Fahrt auf. Torwart Ortolá verschätzte sich komplett und musste den frühen Rückstand auf seine Kappe nehmen. Leonesa kombinierte auch mit Führungstreffer gefällig mit guter Übersicht nach vorn und kam zu weiteren Chancen. Im Vergleich zu Barca B machte Cultural einen zielstrebigen Eindruck und hatte zudem mit Emiliano Buendía (heute Premier-League-Profi bei Norwich) einen tollen Techniker im Team. Das Spiel von Barca B war unterdessen extrem zentrumlastig. Dreh- und Angelpunkt war Carles Aleñá, der sämtliche Angriffe ordnete und stets nach Anspielstationen suchte. Der junge Nahuel, der bei Villarreal einige LaLiga-Spiele bestritt tauchte völlig ab und war nur physisch anwesend. Palencia (heute bei Girondins Bordeaux) gab den defensiven Außenverteidiger, fiel technisch im Vergleich zum Rest der Mannschaft ab, zeigte jedoch Leaderqualitäten und war bissig im Zweikampf. Offensive Impulse durfte man allerdings nicht erwarten. Linksverteidiger Marc Cucurella traute sich erst in der 2. Halbzeit bis zur Grundlinie zu marschieren und wurde von Aleñá immer angespielt, wenn er mal aufgerückt war. Alles in allem fehlte Barca B die Zielstrebigkeit und ein Knipser als Mittelstürmer. Trotz einer Halbzeit in Unterzahl schaffte es Cultural kein Gegentor zu bekommen. Angreifer Rodri konnte immer mal für Entlastung sorgen, er war auch in der ersten Spielhälfte ein Aktivposten. Zusammenfassend muss es für jeden Trainer ein Graus sein mit einer Mannschaft wie Barcelona B im Abstiegskampf zu sein. Die klassischen Tugenden Kampf, Biss, Wille und Effizienz waren im Team kaum vorhanden.

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