Spielanalyse

Hamburger SV U19 vs. Hannover 96 U19

Hamburger SV U19 vs. Hannover 96 U19 0:3 (0:2), A-Junioren-Bundesliga, Wolfgang-Meyer-Stadion, 21.08.2019

Grundordnung HSV

Die Mannschaft von U19-Coach Daniel Petrowsky begann in einem 4-3-3 System mit klar definierten Rollen im Mittelfeld. Der Sechser Ghubasaryan gab den defensiven Part, Fabisch sollte aus der Tiefe kommend als tiefer Spielmacher Bälle verteilen und Suhonen durch ein hohes läuferisches Pensum Räume ansteuern. Er wurde als Mezzala eingesetzt.

Grundordnung Hannover

Coach Stephan Schmidt begann in einem 4-2-3-1. Sein Team benötigte rund fünfzehn Minuten um in das Spiel zu finden. Von dann an gelang es den Gästen zunehmend die Spielkontrolle zu übernehmen. Das situative Pressing funktionierte zweimal hervorragend, die Angriffe wurden zielstrebig durchgeführt.

Spielanalyse

Hannovers Team hat sich offensichtlich ausführlich mit dem HSV befasst. Die Anstoßvariante mit einem Pass zu Fabisch, der den Ball nahe der Eckfahne ins Seitenaus schießen sollte, was wiederum dazu führt, dass der HSV den Gegner tief in seiner Hälfte zustellen kann, wurde unterbunden. Hannover war vorbereitet. In der Anfangsphase war es Anssi Suhonen, der als Aktivposten der Hamburger Offensive für Aufsehen sorgte. Gute Dribblings und entschlossenes Nachsetzen zeichneten ihn aus. Nennenswerte Chancen konnten dennoch nicht erarbeitet werden. Ein folgenschwerer Fehlpass von Ibraimo im Aufbauspiel ermöglichte 96 das 1:0-Führungstor. Generell waren die Niedersachsen sehr konsequent in ihrem Umschaltspiel nach Ballgewinnen und spielten sofort diagonal zum gut postierten Mitspieler. Auch das 2:0 durch den auffälligen Eunsa Jeong, der einen sehr beweglichen und spielintelligenten Eindruck als inverser Linksaußen hinterließ, fiel auf diese Art und Weise – unterstützt allerdings von einer sehr unglücklichen Aktion des Hamburger Schlussmanns.

In der Folge verpuffte das aggressive Anlaufen der Hamburger, die gegen den Ball ein 4-2-4 spielten, weitgehend. Trotz mehrfacher Situationen in denen es den Rothosen gelang ihren ballführenden Gegenspieler zu doppeln oder gar zu tripeln, so konnten sie im gesamten Spiel nur 2-3 Mal den Ball ohne Foulspiel erobern – jeweils in verhältnismäßig ungefährlichen Zonen. Oftmals war es zu ungestüm, sodass der Schiedsrichter den Ballgewinn zurecht für irregulär wertete. Im gesamten Spiel taten sich die Hamburger schwer gegen die kompakten Hannoveraner Torchancen zu kreieren.

Der als tiefer Spielmacher eingesetzte Fabisch verstrickte sich in Zweikämpfe und wurde von 96 stets stark unter Druck gesetzt. Seine Übersicht fehlte dem Team massiv. In der ersten Spielhälfte gelang es dem HSV durch eine Dreiecksbildung, bestehend aus Ghubasaryan, Borges und Zalli, zu einem variablen Angriff zu kommen. Rechtsverteidiger Borges entschied sich richtig, bot sich invers an, bekam den Ball von Ibraimo und konnte aufdrehen. Zalli steuerte Richtung Eckfahne, während Ghubasaryan die Lücke zwischen Ritchie und Dittmann ansteuerte. Der Chipball kam an, der nächste Ball wurde auf Zalli, der im Rückraum einen Raum erkannte, gespielt, welcher einen Hannoveraner aussteigen ließ, dann jedoch mit seinem schwächeren linken Fuß das Abspiel auf Fabisch suchte. Einmal mehr war dann jedoch der (vor-) letzte Pass zu ungenau.

Wegen Meckerns flog Hannovers Rechtsaußen Stehle mit gelb-rot vom Platz (55′). Schmidt stellte fortan auf 4-4-1 um. Nun schaltete sich Hamburgs Linksverteidiger verstärkt offensiv ein, gemeinsam mit Pakia ging jedoch auch ihm die Zielstrebigkeit und Übersicht ab. Beide entschieden sich oft für einen übergreifenden Lauf Richtung Grundlinie, mit der Absicht spät nach innen zu ziehen oder zu flanken. Das war für 96 sehr ausrechenbar und brachte aufgrund eines fehlenden Zielspielers im Sturmzentrum keinen Erfolg. Ein weiterer missglückter Ball von Fabisch, der als Spielverlagerung gedacht war, leitete den Konter zum 3:0-Endstand ein.

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