Spielanalyse

Holstein Kiel vs. Karlsruher SC

Holstein Kiel vs. Karlsruher SC 2:1 (1:1), Holstein-Stadion, 18.08.2019

Grundordnung Kiel

Kiel setzte im Vergleich zu den ersten beiden Saisonspielen (1:1, 0:2) auf ein hohes Tempo auf den Außenbahnen. Agierten zuletzt noch Mittelstürmer Janni Serra und Emanuel Iyoha, so durften sich die beiden Neuzugänge Baku und Atanga beweisen. Nach zwei überaus erfolgreichen Jahren unter Markus Anfang und Tim Walter, in denen Holstein stets im 4-3-3 oder 4-4-2 in Rautenanordnung auftrat, kam nun ein 3-4-3 zum Tragen. Jenes System haben die Störche bereits in der Vorbereitung einstudiert.

Grundordnung KSC

Der Aufsteiger KSC ist formidabel in die Saison gestartet und hat alle drei Pflichtspiele für sich entscheiden können. Für Trainer Alois Schwartz gab es daher kaum Anlass zu Änderungen an System und Personal. Karlsruhe beeindruckte in der Frühphase der Saison durch eine hohe Kompaktheit und zwei harmonierende Stürmer. Marvin Pourié, mit 22 Toren einer der Aufstiegsgaranten, suchte nach Räumen, während Sturmpartner Hofmann als Zielspieler fungierte.

Spielanalyse

Das gesamte Spiel entwickelte sich so, wie es sicher beide Teams erwartet hatten. Kiel hatte den Ball und arbeitete sich mühsam nach vorn, während Karlsruhe kompakt stand und durch die beiden durchsetzungsstarken Stürmer zu Entlastungs- und zielstrebigen Angriffen kam. Lange Bälle wurden häufig auf Zielspieler Hofmann geschlagen, der sie fest machte oder auf Pourié ablegte. Holstein mangelte es an der Abstimmung, das neue System wirkte noch etwas frühreif. So gab es durch die aufrückenden Meffert und Mühling oft keine Konterabsicherung, da sich die drei Innenverteidiger selten verschoben. So boten sich den Karlsruhern im Umschaltspiel ungeahnte Räume, die insbesondere durch Diagonalbälle überbrückt werden konnten. Der gelernte Sechser Jonas Meffert von Kiel fremdelte mit der Rolle des Spielgestaltens, jedoch benötigte Alexander Mühling dringend Unterstützung in Ballbesitzphasen, um die Karlsruher Abwehr ins Laufen zu bekommen. Der Plan von Schubert über die pfeilschnellen Außen Baku und Atanga 1 gegen 1-Situationen zu provozieren und ihren Offensivdrang durch van den Bergh und Sander abzusichern ging nicht auf. Schließlich fehlte im Zentrum ein Angreifer, der für hohe Flanken empfänglich ist. Jae-Sung Lee ist bekanntermaßen als falsche Neun nicht prädestiniert dafür. Somit blieben den Flügelspielern zur zwei Optionen: Der inverse Lauf oder ein Pass in den Rückraum. Beides schwierige Unterfangen bei einer tiefstehenden und vielbeinig verteidigenden Defensive. Nachdem es der KSC nach dem 1:0 verpasste nachzulegen, brachte eine tolle Einzelaktion von Lee den Ausgleich.

Nach der Pause kam der großgewachsene Lauberbach für Atanga und das System wurde zeitweise auf 4-3-3 zurückgestellt. Die rechte Kieler Seite sollte sich zunehmend ins Zentrum orientieren, um so zusätzliche Anspielstationen zu schaffen. Insbesondere die linke Seite profitierte von dieser Maßnahme. Baku bekam zwei gute Tormöglichkeiten, während van den Bergh in einer Szene den besser postierten Lee sah, der jedoch nur den Pfosten traf. Die Hereinnahme des jungen, aber großgewachsenen Lauberbach zahlte sich zudem aus. Er konnte Bälle festmachen und suchte selbst den Weg in die Tiefe. Lee war darauf bedacht als Kombinationsspieler zu fungieren, spielte viele Doppelpässe und ließ sich gerne etwas fallen. Der KSC, der bei mehr Effizienz auch mit einer 2:0-Führung in die Halbzeit hätte gehen können, konnte in der Folge sein Konterspiel nicht gefährlich umsetzen und schlug eine Reihe an hohen Bällen aus dem Halbfeld.

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