Spielanalyse

SpVgg Unterhaching vs. Hallescher FC

SpVgg Unterhaching vs. Hallescher FC 0:3 (0:1), Alpenbauer-Sportpark, 25.08.2019

Grundordnung Unterhaching

Unterhaching startete in einem 3-4-1-2 System. Die Innenverteidigung war mit drei unterschiedlichen Typen besetzt: Greger als traditioneller, kompromissloser Verteidiger, Winkler mit der Aufgabe den Ball horizontal oder an Stahl weiterzugeben und Schwabl als ballspielender, spieleröffnender Part der Dreierkette. Routinier Stahl war darauf bedacht als Anspielstation im Aufbau zu dienen und widmete sich ansonsten hauptsächlich der Balancesicherung. Sein Nebenmann Hufnagel war als Achter angedacht, begab sich jedoch in Ballbesitz oft auf dieselbe Höhe von Stahl, sodass ein Ballverlust bei einem solchen horizontalen Pass, die wahrscheinlichste Option wäre. Bandowski und Ehlich agierten über weite Strecken offensiv viel zu zögerlich und konnten sich kaum in Szene setzen. Ehlich versuchte in Ballbesitz durch inversen Bewegungen Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen und spekulierte dabei auf eine Gegenbewegung von Bigalke oder Schröter. Bandowski blieb das ganze Spiel über blass. Sascha Bigalke, ein filigraner Techniker mit gutem Tempo wurde als Trequartista eingesetzt. Ein freies Kuriosum ausgestattet mit allen Freiheiten. Gegen den Ball bildete er gemeinsam mit den Stürmern einen Dreierangriff (3-4-3). Die beiden Angreifer Heinrich und Schröter suchten stets den Weg nach außen, um lange Chipbälle in Empfang zu nehmen.

Grundordnung Halle

Der Hallesche FC entgegnete ein 4-4-2 System mit Raute, welches in allen Spielphasen Bestand hatte. Da in der 3. Liga ein sehr ausgewogenes Niveau herrscht, können taktische Kniffe noch spielentscheidender sein als in anderen Ligen oder Wettbewerben. Mit einer Mixtur aus Erfahrung und Taktik gelang es Coach Torsten Ziegner den Gegner matt zu setzen. Die Achse Mai – Jopek – Boyd sorgte für viel Stabilität und die Rauten-Grundordnung für eine zahlenmäßige Überzahl im Mittelfeld. Probleme bereitete lediglich Hachings Felix Schröter, der schlichtweg über mehr Tempo verfügte als die Innenverteidiger Vollert und Mai.

Spielanalyse

Das schnörkellose Spiel des HFC sorgte für eine frühe Führung. Beide Achter Julian Guttau und Bentley Baxter-Bahn sorgten immer wieder für tolle Vertikalpässe, während Zielspieler Terrence Boyd reihenweise Bälle festmachte und seinen Körper geschickt einsetzte. Sebastian Mai und Björn Jopek gaben auf dem Feld Anweisungen, ein Zustand, den man bei Unterhaching vergebens suchte. Das 2:0 nach einem Ballverlust von Schwabl brachte Halle endgültig auf die Siegerstraße. Die frühen Wechsel der Hachinger (57′, 57′, 66′) brachten wenig ein. Zielspieler Stroh-Engel bekam nur wenige Flanken, Grauschopf schob das Spiel etwas mehr an als der spielschwache Greger und Müller übernahm 1:1 die Ehlich-Position. Eine Systemumstellung hingegen gab es nicht. So blieb das zentrale Mittelfeld zahlenmäßig unterlegen. Bigalke tauchte überall auf, fand jedoch auch keine spielerische Lösung gegen die kompakten Hallenser, die auf das 2:0 noch das 3:0 folgen ließen. Abgezockt und hochverdient schlugen sie Unterhaching, die abgesehen vom Schlagabtausch der ersten zehn Minuten, nie richtig ins Spiel fanden.

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