Spieleranalyse

Jong Ajax

André Onana

Der Torhüter weist mit 14 weißen Westen in der torreichen Eredivisie eine tolle Bilanz auf. Entsprungen ist der Mann, der gestern seinen 21. Geburtstag feierte, der Samuel Eto’o-Academy im Kamerun, seinem Heimatland. 2010 ging es zur Jugend des FC Barcelonas, wo er besonders spielerisch ausgebildet wurde. Sein Spielstil erinnert stark an Marc-André ter Stegen. Mit 1,87 Metern für einen Torwart kein Gardemaß aber enorm sprunggewaltig und überragend im eins gegen eins. Wie bereits angeklungen ist Onana technisch versiert, beidfüßig und somit stark in Ajax‘ Aufbauspiel eingebunden. Im Januar 2015 kam er nach Amsterdam – ein Wechsel der sich als goldrichtig erwies. Wieder einmal ist Barca beteiligt, denn sie verpflichteten Jasper Cillessen im Sommer und ebneten damit den Weg für Onana zum Stammkeeper der Holländer.

Läuft ein Stürmer direkt auf ihn zu, bleibt Onana häufig sehr cool, bleibt lange stehen und macht sich groß. Er muss sich in diesen Szenen dadurch häufig nicht einmal groß bewegen, sondern nur das Knie herunterbringen oder das Bein kurz ausstrecken, weil die Stürmer ihn meist anschießen. Weiterhin besitzt er eine sehr gute Athletik, die sich gepaart mit seinen Reflexen gerade bei halbhohen Bällen bemerkbar macht.

Cavanis Friseur

Davinson Sánchez

Nun, dass der Innenverteidiger von mehreren Premier League Klubs beobachetet wird, liegt in der Natur der Sache. Physis gepaart mit Athletik ist auf der Insel immer gefragt. Sánchez kam im vergangenen Sommer für 5 Millionen aus Kolumbien. Eine hohe Summe für einen international unerfahrenen 20-jährigen. Aber Ajax‘ Scoutingabteilung behielt mit ihrer hohen Meinung vom kolumbianischen Innenverteidiger Recht. Der robuste Defensivspieler kommt auf 37 Saison-Einsätze in seiner ersten Saison und verdrängte Kapitän Veltman auf die rechte defensive Außenbahn, erkämpfte sich seinen Stammplatz im Zentrum. Etablierte Kräfte wie Heiko Westermann oder der hochgelobte Jairo Riedewald wärmen nur die Bank, kommen am Innenverteidiger-Duo nicht vorbei. Barcelona hat im Zuge dessen bereits angekündigt, informiert zu werden, sollten konkrete Angebote für Sánchez eintrudeln.

Von Anfang an ist er Dreh- und Angelpunkt der ganzen Abwehr. Dass Barcelona ihn deshalb weiterhin auf dem Zettel hat, ist also nur logisch. Ob es im Sommer bereits zum Wechsel kommt, lässt sich jetzt aber noch schwer beurteilen. Barcelona würde, wenn sie nächste Saison mit einer Dreierkette agieren, auf jeden Fall ein weiterer junger Innenverteidiger gut zu Gesicht stehen.

Transfermarkt-User

Matthijs de Ligt

De Ligt ist einer der größten Shootingstars im Team von Peter Bosz. Mit zarten 17 Jahren ist er dicht an der ersten Elf der Hauptstädter. Jüngst feierte er auch in der Oranje-Elf sein Debüt, wenngleich es ein sehr unglückliches für ihn war. Hauptschuldig beim 1:0, mitschuldig beim 2:0 von Bulgarien. Nichtsdestotrotz gilt der Innenverteidiger als Spieler der Zukunft beim Tabellenzweiten. Sieben Einsätze stehen ihm bislang zu Buche, zudem sammelte er bereits einige Auszeichnungen in Jugendturnieren. De Ligt ist der zweitjüngste Ajax-Torschütze der Vereinshistorie sowie der erste minderjährige Akteur überhaupt, der in einem Pflichtspiel seine Mannschaft als Kapitän auf das Feld geführt hat (Ajax II). All‘ das belegt seine für sein Alter bemerkenswerte Reife und die Qualität zum späteren Führungsspieler, die sich andeutet.

Es ist eine große Ehre, vor allem, wenn man bedenkt, welche Spieler diese Auszeichnung in der Vergangenheit gewonnen haben (van der Vaart, Heitinga, S. de Jong, Eriksen, Klaasen, Sneijder). Ich bin sehr stolz.

Mattijs de Ligt zum Gewinn des „Talents der Zukunft“

Justin Kluivert

Der Name Kluivert dürfte den meisten Lesern noch geläufig sein: Vater Patrick legte eine Welt-Karriere hin und ist heute Sportdirektor von PSG. Auch der Sohnemann zeigt in seinen ersten Profipartien ein immenses Potenzial auf. Kluviert ist beidfüßig, dribbelstark und kommt mit Vorliebe über die linke Außenbahn. Mit erst 17 Jahren wirbelt er die gegnerische Abwehr durcheinander, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt. Zuletzt musste die PSV Eindhoven (2:1) den Wirbelwind bändigen. Was nur mäßig gelang. Kluivert erinnert ein wenig an Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund, sehr wendig, quirlig und immer für ein Tor oder eine Vorlage gut. Besonders beeindruckend waren seine Leistungen in der diesjährigen UEFA Youth League, in deren sechs Vorrundenpartien er fünf Assists beisteuerte und sich so für die 1. Mannschaft empfahl. Zehn Ligaeinsätze später ist davon auszugehen, dass er den Deutschen Amin Younes, einem ähnlichen Spielertyp nur nicht so explosiv wie Kluivert junior, 2017/18 aus der Stammformation verdrängen wird. Vorausgesetzt er entwickelt sich wie bislang weiter.

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