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RIGHT TO DREAM – DAS RECHT ZU TRÄUMEN

  1. Einleitung
  2. Ghana – Ursprung einer Erfolgsgeschichte
  3. Das Projekt FC Nordsjaelland – ein Novum im Vereinsfußball
  4. Expansionspläne ohne Grenzen
  5. Fazit

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1. Einleitung

Es ist der 19. Mai 2012, als der Ivorer Didier Drogba dem FC Chelsea London mit 2 Toren (zum zwischenzeitlichen 1:1, entscheidendes Tor im Elfmeterschießen zum 5:4) im Champions League Finale gegen den FC Bayern München quasi im Alleingang auf den europäischen Fußballolymp verhalf.

Was dem damals 34-Jährigen gelang; davon träumen in Afrika Millionen von Kindern. Der Profifußball ist das Ziel vieler ambitionierter Jungen und Mädchen; allein die Perspektive fehlt. Noch immer werden viele Afrikaner Opfer von finanzieller Ausbeutung und Menschenhandel. Es ist das Streben nach einem besseren, finanziell unabhängigen Leben und der Erfüllung eines Traums, das die Familien dazu bewegt sich auf skrupellose Agenten einzulassen, die in den Kindern ausschließlich Kapitalanlagen sehen. Doch es gibt Anlass zur Hoffnung und diese trägt einen Namen: Right to Dream! Gegründet vom ehemaligen Manchester United Scout Tom Vernon, verfolgt diese Akademie im Gegensatz zu vielen anderen nicht primär das Ziel Fußballspieler, sondern sozialfähige Menschen zu schaffen. Es ist die Geschichte eines etwas anderen Weges, auf dem alles Menschenmögliche daran gesetzt wird, die so profitgetriebene Welt des Fußballs ein Stück menschlicher und nachhaltiger zu gestalten.

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2. Ghana – Ursprung einer Erfolgsgeschichte

Es ist 1999, als der damals 19-jährige Brite Tom Vernon nach Ghana aufbricht. Vom Wunsch getrieben, jungen Afrikanern durch den Fußball eine bessere Perspektive zu bieten, gründet er die Right to Dream Akademie (folglich RTD). Was heute als globale und chancenschaffende Erfolgsgeschichte bekannt ist, beginnt ursprünglich auf einem staubigen Platz in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Aufgrund anfänglich fehlender Infrastrukturen bringt er die Kinder in seinem eigenen Haus unter, wo er diese auch unterrichtet. Schnell wird klar – in Vernons Idee steckt eine Menge Potenzial. In den Folgejahren entwickelt er den Standort stets weiter, was der Stätte zu signifikantem Wachstum verhilft. Schließlich erbaut RTD 2010 einen neuen, zeitgemäßen Campus in Asuogyaman am Ufer des Volta Flusses, drei Autostunden von Accra entfernt. Mit mitunter acht Trainingsplätzen und einer Schule bietet die neue Akademie beste Bedingungen zur Ausbildung zukünftiger Fußballer und Führungskräfte. Die Stätte scheint der Eintritt in ein besseres Leben zu sein, doch der Weg dahin ist schwer, denn dem strengen Rekrutierungsprozess ist nicht jedermann gewachsen. Während die Akademie jährlich eine Anzahl von bis zu 30.000 Kindern bei über 70 Turnieren scoutet, schaffen es maximal 20 Nachwuchskicker zu RTD.

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Right to Dream schwimmt gegen den Strom

Wer sich das Projekt als gewöhnliche Fußballschule vorstellt, sieht sich getäuscht, denn die gängige Praxis unterscheidet sich vehement von Vernons Vorgehensweise. In der Regel kommen Vereine nach Afrika, kaufen sich beliebige Fußballschulen und implementieren dort ihre europäische Philosophie. Der Fokus liegt dabei exklusiv auf dem sportlichen Aspekt. Doch Vernon und RTD schlagen einen anderen Weg ein. Die Vision: eine globale Kette von Akademien zu schaffen, welche die Rolle der Vereine im heutigen Fußball grundlegend verändert. So sollen Fußballakademien die Schüler nicht nur zu Profifußballern ausbilden, sondern die Kinder in erster Linie bei ihrer Entwicklung hin zu reflektierten, ausgewogenen und engagierten Persönlichkeiten unterstützen.

Die grundlegende Philosophie ist, dass wir eine Generation von Führungspersönlichkeiten und Vorbildern ausbilden müssen, die etwas dafür tun können, der nächsten Generation von Afrikanern die Chance zu geben, sich auf der Weltbühne zu behaupten!

Tom Vernon, Gründer der Right to Dream Akademie

Dies erklärt auch die Strategie beim Rekrutierungsprozess, bei der die kognitive Fähigkeit der Teilnehmer stets im Vordergrund steht, wie Joe Mulberry, Rekrutierungsdirektor von RTD und dem FC Nordsjaelland, erzählt. In dem Kontext betrachtet die Ausbildungsstätte den Fußball lediglich als Werkzeug für einen sozialen Wandel, indem er Chancen für benachteiligte Kinder schafft. Im Kern der Strategie steht demnach das Formen der Menschen und nicht das Formen von Fußballern.

Weit mehr als eine Fußballakademie

Um das beschriebene Ziel nachhaltig zu erreichen, bedarf es einer klaren Philosophie, die bei RTD auf folgenden Eckpfeilern beruht:

           1. Bildung

           2. Charakterentwicklung

           3. Fußballtalent

In der Akademie ist man sich darüber im Klaren, dass es nicht jeder der Absolventen zum Profikicker schaffen kann. Demzufolge steht die Entwicklung gebildeter und sozialfähiger Charaktere im Mittelpunkt des Lehrplans. Dass eine qualitativ hochwertige Ausbildung alternativlos erscheint, zeigt auch einen Blick auf die Absolventen. Demnach stoßen die meisten Kinder ohne oder mit sehr wenig Bildung zur Akademie, was auf die große lokale Armut zurückzuführen ist. Ganze 70% der Schüler kommen aus Familien, deren täglichen Einkünfte bei weniger als zwei Dollar liegen. Um den Jugendlichen die bestmögliche Bildung anzubieten, ist die akademieeigene Schule nach den Cambridge International Examinations akkreditiert. Darüber hinaus baut Tom Vernon RTD nach dem Modell der amerikanischen Athletenstipendien auf, indem er Kooperationen mit amerikanischen und britischen Bildungseinrichtungen abschließt. Folglich stehen die Türen jedem Schüler offen, denn im Gegensatz zum europäischen Ansatz werden Schüler auch bei ausbleibenden guten schulischen und sportlichen Leistungen nicht rausgeschmissen. Wer einmal Teil der Akademie ist, wird dort auch seinen Abschluss belegen. Diese Ausbildung lässt sich RTD einiges kosten, jährlich ganze 25.000 Dollar (ca. 20.800 €) pro Schüler (10.000 Dollar fußballerische Ausbildung zuzüglich Unterkunft, Nahrung, Reisen, Ausrüstung)!

Doch diese Ausgaben sind es der Akademie wert, verfolgt das Modell laut Vernon doch den Zweck, das Land zu entwickeln und weniger die Ziele einer ersten Fußballmannschaft. Über die eigentliche schulische Ausbildung hinaus genießt jeder Schüler zusätzlich ein formelles Programm zur Charakterentwicklung, was dem bereits zuvor erläuterten Primärziel zugutekommt.

Um einen möglichst hohen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren, fokussiert sich RTD in einer von Männern dominierten Sportart auch auf die Rekrutierung junger, fußballbegeisterter Mädchen. So zeichnet sich die Akademie durch ein großes Engagement hinsichtlich der Gleichberechtigung der Geschlechter aus und bietet auch jungen Frauen die qualitativ hochwertige Ausbildung an. In dem Kontext hat RTD 2013 die erste stationäre Mädchenakademie in Afrika eröffnet, aus der bis zum heutigen Tag 14 Mädchen mit einem Vollstipendium in die USA gegangen sind.

Wo Licht, da auch Schatten

Trotz aller positiver Aspekte, die mit der Gründung einhergehen, stand die Akademie in der Vergangenheit auch im Fadenkreuz heftiger Kritik. Wie 2018 aus veröffentlichten Dokumenten der Enthüllungsplattform Football Leaks hervorging, einigten sich die Akademie und der englische Spitzenclub Manchester City 2010 auf eine Kooperation, welche bis ins Jahr 2016 hineinreichen sollte. Gegen eine jährliche Zahlung von 850.000 Pfund (ca. 960.000 €) sollte RTD afrikaweit auf die Suche nach geeigneten Talenten gehen und, falls von ManCity erwünscht, dafür sorgen, dass diese beim englischen Top Club unterschreiben. Trotz des FIFA Verbotes mit Minderjährigen Geld zu generieren, sicherte sich der Scheich Club auf diese Weise bereits frühzeitig die Rechte an den Nachwuchsakteuren, auch wenn diese formal erst mit 18 Jahren verpflichtet wurden. Doch den Gedanken, dass die afrikanischen Schüler die Mannschaft der Citizens langfristig verbessern könnten, verfolgte bei den Engländern die wenigsten. Wie ein enthülltes Strategiepapier von ManCity aufzeigt, sah der Club die jungen Sportler einzig und allein als Kapitalanlage. Demnach erwartete der Verein eine Rendite von nicht weniger als 24%. Einen Beleg für die Kooperation liefert auch ein Blick auf die Transferhistorie der Akademie. So hat nicht weniger als die Hälfte (11 von 22) aller Abgänge zwischen 2010 und 2016 RTD in Richtung Manchester verlassen. Schlussendlich setzte man der Kooperation ein Ende, als man erkannte, dass die Ausgebildeten bei den Citizens keine Spielzeit bekamen.

Hinzu kommen schwere Vorwürfe seitens ehemaliger Absolventen. So berichtet Collins Tanor (23 Jahre, aktuell vereinslos) von Gewalt gegen die Schüler, die bei schlechten Leistungen Prügel oder Essensentzug ausgeliefert waren. Gleiches berichtet Kamal Sowah (21 Jahre, 2018 von RTD zu Leicester Citys U23 gewechselt und derzeit ausgeliehen an OH Leuven). Vernon hat sich zu beiden Vorwürfen nie geäußert, beteuert aber, dass die Spieler zu keinem Zeitpunkt zu einem Transfer gezwungen wurden. Des Weiteren sind die Vorwürfe von Tanor und Sowah bis heute die einzigen, die der Akademie körperliche und psychische Gewalt vorwerfen, womit die Anschuldigungen mit einem gewissen Maß an Vorsicht zu betrachten sind.

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3. Das Projekt FC Nordsjaelland – ein Novum im Vereinsfußball

Dass RTD mit seiner Philosophie nicht nur mit der Akademie in Ghana gegen den Strom schwimmt, zeigt die entsprechende Expansionsstrategie. Im Rahmen dieser wurde 2015 der dänische Club FC Nordsjaelland gekauft, welcher der ghanaischen Ausbildungsstätte als verlängerter Arm in Europa dienen sollte. Mit der Übernahme stellt Vernon das klassische Eigentumsmodell des Fußballs komplett auf den Kopf und sorgt für ein absolutes Novum im Fußball! So stellt der Kauf des FCN die erste Übernahme eines europäischen Fußballvereins durch ein afrikanisches Non Profit Unternehmen (kurz NGO) dar.

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Eine Strategie mit Hand und Fuß

Wenn man die Entwicklung von RTD im Detail betrachtet, dann wird klar, wie akribisch an der Basis gearbeitet werden muss, um den Absolventen die angestrebte Zukunft in Aussicht zu stellen. Ähnlichen Erfolg will Vernon mit seiner Auslandsstrategie erreichen. Mit der Übernahme des FC Nordsjaelland verfolgt RTD demnach die Vision, die akademieeigene Philosophie langfristig auch in Europa zu verankern. Durch die Implementierung von RTD beim FCN hegt Vernon das Bestreben, ein Team zusammenzustellen, dass im Kern aus Spielern besteht, welche die ghanaische oder die, nach der Übernahme geschaffene, dänische Akademie durchlaufen haben. So sollen sich die Jugendlichen in einem für sie gewohnten Umfeld entwickeln, um sich anschließend im europäischen Fußball fest zu etablieren. Der FC Nordsjaelland stellt sich vor allem efür die afrikanischen Nachwuchskicker als optimales Sprungbrett heraus, um sich auch nach dem 18. Lebensjahr auf hohem Niveau zu beweisen. Für RTD bringt dies auch finanzielle Vorteile mit sich. Vernon war es leid, sich jahrelang für dieselben Spieler einzusetzen, diese akademisch und sportlich zu fördern, um sie dann für ein paar Tausend Euro nach Europa und in die Welt verscherbeln zu müssen. Mit dem Kauf des FCN will RTD sich endlich für den immens hohen Aufwand belohnen – auch finanziell! So erläutert der Brite, dass afrikanische Spieler auf dem Markt stark unterbewertet seien und für diese auf einen Schlag das Vielfache an Ablöse generiert werden könne, sobald diese bei einem europäischen Club unter Vertrag stehen. Unter diesem Aspekt scheint der Schritt von RTD nach Europa alternativlos, berücksichtig man die Tatsache, dass die durch Spielerverkäufe generierten Summen direkt in das Projekt reinvestiert werden.

Die Gründe für die Übernahme eines europäischen Clubs sind somit leicht nachzuvollziehen. Zeitgleich kommt aber die Frage auf, warum sich RTD explizit für den Verein aus der 19.000 Einwohner großen Stadt Farum, unweit von Kopenhagen gelegen, entschieden hat. Doch die Beweggründe hierfür liegen auf der Hand. Vernon erklärt, dass die Werte und Ziele des FC Nordsjaelland mit denen von RTD einheitlich übereinstimmen. Beide legen nachweislich viel Gewicht auf die Talenteentwicklung. So ist der FCN seit seiner Gründung 2003 (ging aus dem Verein Farum Boldklub hervor) als einer der führenden Vereine Dänemarks in puncto Jugendförderung anerkannt und hegt darüber hinaus eine soziale Ader, so wie es auch RTD praktiziert. Nordsjaelland gilt demnach als erster Verein weltweit, der sich Common Goal, einer Initiative, die weltweit soziale Projekte mit Fußballbezug unterstützt, anschloss. Von Juan Mata mitbegründet, spenden mittlerweile knapp 150 Fußballprofis (darunter Stars wie Serge Gnabry, Mats Hummels oder Paulo Dybala) 1% ihres Monatsgehalts für eben jene Zwecke.

Wer Gutes sät, wird nachhaltig ernten

Im modernen Fußball sind unzählige Beispiele jahrelanger Misswirtschaft zu erkennen. Zu oft sehen die Verantwortlichen der Vereine in finanziellen Zuschüssen die Lösung aller Probleme. Als aktuellstes Beispiel hierfür dient Hertha BSC, die den eigenen Erwartungen nach der Hälfte der aktuellen Spielzeit trotz zuletzt groß getätigter Investitionen weit hinterherhinken.

Dass man auch ohne die großen Geldreserven und mit nachhaltigem Wirtschaften langfristig Erfolg haben kann, zeigt das Paradebeispiel RTD. Spätestens seit der Übernahme von Nordsjaelland sind die guten Ergebnisse für jeden erkennbar. Ein Blick auf die Transfereinnahmen zeigt, dass der FCN seit Beginn der Einflussnahme durch RTD über 50 Millionen Euro durch Spielerverkäufe generiert hat, wobei die große Mehrheit auf Spieler zurückzuführen ist, die aus den internen Akademien hervorgegangen sind. Dazu gehören Spieler wie Mohammed Kudus (im Juli 2020 für 9 Mio. Euro zu Ajax Amsterdam), Andreas Skov Olsen (im Juli 2019 für 6 Mio. Euro zum FC Bologna) oder Mikkel Damsgaard (im September 2020 für 6.5 Mio. Euro zu Sampdoria Genua), die aufzeigen, dass der finanzielle Erfolg ohne Zweifel auf die hochklassige Jugendakademie zurückzuführen ist, durch welche die Spieler ihren Marktwert nicht selten signifikant steigern. Der nächste Youngster mit großem spielerischen, sowie finanziellen Potenzial ist Kamaldeen Sulemana – Absolvent der Akademie in Ghana und stark von Bayer Leverkusen umgarnt.

Quelle: transfermarkt.de

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4. Expansionspläne ohne Grenzen

Obwohl RTD mit dem FC Nordsjaelland fantastische Erfolge aufweisen kann, gibt man sich mit dem bis dato Erreichten nicht zufrieden. So will man die Expansion weiter vorantreiben, um noch mehr Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich mit der Kraft des Fußballs zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wurde vor kurzem eine neue Kooperation mit der Mansour Group, einem globalen Mischkonzern in Familienbesitz, verkündet. Das milliardenschwere Unternehmen aus Ägypten mit Mohamed Mansour (gehört laut Forbes zu den 15 reichsten Afrikanern weltweit) an der Spitze, investiert demnach eine Summe von 100 Millionen Euro, um die Expansionspläne von RTD weiter voranzutreiben. Vernon sieht im Konglomerat, das sich durch eine große Fußballbegeisterung (Mostafa Kamel Mansour vertrat Ägypten bei der Weltmeisterschaft 1934) und durch ein ausgeprägtes gesellschaftliches Engagement charakterisiert, den idealen Partner. Als Folge des Investments übernimmt Mohamed Mansour den Sitz des Vorstandsvorsitzenden, während sein Sohn Loutfy Vorstandsmitglied von RTD wird. Vernon bleibt allerdings bedeutender Anteilseigner und wird durch seine Funktion als CEO die Projekte in Ägypten und Großbritannien, die mit der Zusammenarbeit einhergehen, betreuen.

Ambitionierte Ziele

Die Zusammenarbeit mit Man Sports, die von der Mansour Group speziell zum erstmaligen Vorstoß der Firma in die Welt des Sports gegründet wurde, verhilft RTD nicht nur dazu, in die nächste Phase der globalen Expansion einzutreten, sondern auch dazu, mehr junge Spieler für das Projekt zu gewinnen. Zusammen streben beide Parteien das Ziel an, einen neuen Standard des zweckorientierten Sports für Vereinsakademien und Spieler zu schaffen. Dabei rücken primär Ägypten und England in den Fokus.

Infolgedessen wird in West Kairo eine neue Akademie erbaut, die dem gleichen Modell derer aus Ghana und Dänemark folgt. Die Ausbildungsstätte soll 2022 die ersten Schüler aufnehmen und bereits kurz nach der Eröffnung ein neues professionelles Frauenfußballteam ins Leben rufen, was gleichzeitig im Einklang mit den Plänen der ägyptischen Regierung steht, das Bewusstsein für die Bedeutung von Gleichberechtigung im Sport massiv zu erhöhen. Doch damit nicht genug! Wie erläutert, hegt RTD auch in Großbritannien große Pläne. So will Gründer Tom Vernon die 100 Millionen Euro der Mansour Group auch dazu nutzen, einen britischen Fußballclub zu kaufen, um das organsisationsinterne Netzwerk zu erweitern. Viele Details gibt es zum geplanten Kauf noch nicht, auch welchen Verein RTD dabei im Blick hat ist Stand jetzt nicht gewusst. Fest steht wohl nur, dass es sich um einen Club mit Sitz in London handeln solle, der derzeit nicht in der Premier League antritt (demnach dürfte die Wahl wohl auf die Queens Park Rangers, Charlton Athletic oder den FC Millwall fallen). Das Projekt befindet sich gerade erst in der Planungsphase; klar ist jedoch: Der Philosophie mit der Förderung junger Spieler im Mittelpunkt wird man treu bleiben, wonach mit einem möglichen Kauf wohl auch der Aufbau einer neuen Akademie auf britischem Boden einhergehen wird.

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5. Fazit

Das Beispiel RTD zeigt: Auch alternative Ausbildungsmodelle mit dem Menschen und weniger dem Fußballspieler im Fokus können mit viel Engagement und einer nachhaltigen Strategie Früchte tragen. Spätestens mit dem bevorstehenden Kauf eines englischen Profivereins wird man sich bei RTD den Traum erfüllt haben, sich von einer kleinen lokalen Fußballakademie, zu einem globalen Player zu entwickeln. Damit kommt Vernon seinem eigens ausgeschriebenen Ziel, den Fußball von innen heraus nachhaltiger zu gestalten und die RTD Akademien weltweit zu etablieren, signifikant näher. Die Implementierung im englischen Fußball wird dabei wohl nur einer von vielen weiteren Schritten in der Expansionsstrategie darstellen – entsprechend bleibt abzuwarten wohin die Reise der Non Profit Organisation in Zukunft noch führt. Eines scheint aber jetzt schon klar: Tom Vernon und RTD haben in der Fußballwelt auf sich aufmerksam gemacht und scheinen langsam aber sicher ihre Fußstapfen zu hinterlassen. Der nächste, womöglich dann von RTD ausgebildete Superstar à la Didier Drogba scheint folglich nur eine Frage der Zeit zu sein.

Bildquellen: Sky Sports England, Adam Bate / Instagram @right2dream

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